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Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO)

Bild: IAEO

Die IAEO (englisch: IAEA – International Atomic Energy Agency) ist eine unabhängige internationale Organisation, die sich für die sichere, friedliche Nutzung der Kernenergie einsetzt.

Dabei erstrecken sich ihre Aktivitäten über die Kerntechnik hinaus auch auf die Nutzung der Radioaktivität in vielfältigen Anwendungen in Forschung, Medizin und Landwirtschaft. Gegründet wurde die wissenschaftlich-technische Organisation 1957 unter dem Dach der UNO. Seitdem ist die IAEO stetig gewachsen und zählt mittlerweile 151 Mitgliedsstaaten. Hauptsitz der IAEO ist Wien; weitere Büros unterhält sie in Genf, New York, Toronto und Tokio.

Organisatorisch ist die IAEO in verschiedene Hauptabteilungen gegliedert, in denen sich ihre wichtigsten Tätigkeitsfelder widerspiegeln:
• Technische Zusammenarbeit (Technologietransfer und Entwicklungshilfe)
• Kernenergie (Kernkraft, Brennstoffkreislauf und Abfallentsorgung)
• Nukleare Sicherheit und Sicherung (Strahlungs-, Transport- und Abfallsicherheit, Sicherheit von nuklearen Anlagen )
• Nukleare Wissenschaften und Anwendungen (außerhalb der Kerntechnik, z. B. in Medizin, Landwirtschaft und Industrie)
• „Safeguards“  (Verifikation der Nichtverbreitung)

Der Öffentlichkeit ist die IAEO vor allem auf Grund des letzten Punktes ein Begriff. Die meisten Mitgliedstaaten haben sich über den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen und ergänzende Abkommen verschiedenen Kontrollmaßnahmen der IAEO – den sogenannten „Safeguards“ – unterworfen. Mit diesen Maßnahmen, beispielsweise mit der von IAEO-Inspekteuren zu prüfenden Deklarierung und Bilanzierung von Kernmaterial, soll die Verbreitung von Kernwaffen verhindert werden. Die IAEO berichtet den Vereinten Nationen regelmäßig im Sicherheitsrat und in der Generalversammlung und meldet, sobald sie das Ziel der Nichtverbreitung von Kernwaffen gefährdet sieht. 2005 erhielten die IAEO und ihr damaliger Generaldirektor El Baradei für ihre Arbeit den Friedensnobelpreis für die „Bemühungen, die Nutzung der Atomenergie für militärische Zwecke zu verhindern und die friedliche Nutzung so sicher wie möglich zu gestalten.“

Gemeinsame Sicherheitsstandards der IAEO
Im Bereich der Kernenergie besteht ein wesentlicher Beitrag der IAEO in der Entwicklung von Sicherheitsstandards. Diese werden weltweit als Referenz anerkannt. Die IEAO-Sicherheitsstandards sind hierarchisch in drei Ebenen angeordnet:

• „Safety Fundamentals“, einem Dokument, das die grundlegenden Sicherheits- und Schutzprinzipien enthält,
• „Safety Requirements“, die unverzichtbare Anforderungen festlegen und
• „Safety Guides“ mit Empfehlungen zur konkreten Umsetzung der Anforderungen der Safety Requirements.

Die IEAO-Sicherheitsstandards sind für die Mitgliedsstaaten nicht rechtlich verbindlich, werden aber von vielen Ländern als Grundlage für Vorschriften und Gesetze verwendet. Da sich die technischen und wissenschaftlichen Rahmenbedingungen stetig weiterentwickeln, müssen die Regelungen ständig überarbeitet werden. Zuständig hierfür sind mehrere Kommissionen innerhalb der IAEO, deren Mitglieder von den Regierungen der Mitgliedsstaaten benannt werden.

Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES)
Eine von der IAEO und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) einberufene Expertengruppe hat 1990 eine internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (International Nuclear Event Scale) – kurz INES – entwickelt. Abweichungen vom normalen Betrieb werden von den Betreibern kerntechnischer Anlagen kurzfristig nach INES eingestuft und an die zuständige Aufsichtsbehörde weitergeleitet. Ein nationaler INES-Officer überprüft diese Einstufung und leitet bei Ereignissen ab Stufe 2 die wesentlichen Informationen an das INES-Informationssystem bei der IAEO weiter.

Incident Reporting System (IRS)
Die IAEO und die Kernenergieagentur der OECD (Nuclear Energy Agency/NEA) haben weiterhin das Dokumentationssystem IRS ins Leben gerufen. Mit IRS werden seit den achtziger Jahren Erfahrungen aus dem Betrieb von Kernkraftwerken im In- und Ausland gesammelt und ausgewertet. Ein IRS-Koordinator entscheidet in jedem der teilnehmenden Länder u. a., ob ein nationales Betriebsereignis wegen seiner sicherheitstechnischen Bedeutung in das IRS aufgenommen wird und ist für die Berichterstattung verantwortlich.