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Langzeitsicherheit

© Fotolia / Alexander MitiaevDie Langzeitsicherheit eines Endlagers für radioaktiven Abfall in tiefen geologischen Formationen bezeichnet die Sicherheit des Endlagers über einen sehr langen Zeitraum.

Sicherheit bedeutet dabei die Eigenschaft des Endlagers, radioaktive Stoffe so weit zu isolieren, dass keine unzulässigen Mengen von ihnen in die Umwelt gelangen können. Üblicherweise wird für die Langzeitsicherheit die Zeitspanne ab dem Verschluss des Endlagers für eine behördlich festgesetzte Dauer – in Deutschland eine Million Jahre – betrachtet. Diese sogenannte Nachbetriebsphase ist in Deutschland insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass keine regulierenden Eingriffe in das Endlagersystem mehr vorgesehen sind (Nachsorgefreiheit).

Die Idee der Langzeitsicherheit basiert auf dem Konzept der nachhaltigen Entwicklung. Dieses wurde im Vorfeld der Umweltkonferenz von Rio (1992) formuliert als „Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu beeinträchtigen, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“. In dem nachfolgenden internationalen Übereinkommen über nukleare Entsorgung wurden entsprechende Schutzziele und Sicherheitsprinzipien für den Umgang mit radioaktiven Abfällen vereinbart. Dazu zählt etwa die Vermeidung von Belastungen zukünftiger Generationen über ein von der heutigen Generation für sich selber akzeptiertes Maß hinaus. National werden daraus Kriterien für die Endlagerung abgeleitet, die sich an den Vorgaben der heutigen Strahlenschutzverordnung orientieren. In der Strahlenschutzverordnung wird beispielsweise eine Obergrenze der Strahlenbelastung festgelegt, die von kerntechnischen Anlagen für den Menschen ausgehen darf. Jene Kriterien werden häufig ebenfalls als „Schutzziele“ der Endlagerung bezeichnet und gelten zeitlich unbegrenzt. Unter der Langzeitsicherheit des Endlagers wird vereinfacht die Erfüllung dieser Schutzziele verstanden. Für den Nachweis der Sicherheit wird dabei ein endlicher Zeitraum von einer Million Jahre angesetzt. Damit wird der Grenze der wissenschaftlichen Prognostizierbarkeit der zukünftigen Entwicklung einer geeigneten tiefen geologischen Formation Rechnung getragen.