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Dosimeter

Aktives, elektronisches Dosimeter (Bild: GRS)Ionisierende Strahlung, die beispielsweise von radioaktiven Stoffen ausgesendet oder von Röntgengeräten erzeugt wird, gehört zum Arbeitsalltag verschiedener Berufe. Ob und wie die berufstätigen Personen vor dieser Strahlung geschützt werden müssen, hängt von ihrer Wirkung auf den menschlichen Körper ab. Unter anderem wird sie durch die Art und Intensität der Strahlung bestimmt. Die Wirkung auf den menschlichen Körper kann dabei durch den Begriff der Dosis ausgedrückt werden. Die Dosis lässt sich mit speziellen Messinstrumenten ermittelt: den Dosimetern. Diese Dosimeter werden von den berufstätigen Personen getragen, die der Strahlung in besonderem Maße ausgesetzt sind. Je nach Aufgabe besitzen die Dosimeter verschieden Eigenschaften und Funktionen.

Aufgaben von Dosimetern

Die zentrale Aufgabe eines Dosimeters ist es, die Dosis für eine Person über einen vorgegebenen Zeitraum zu ermitteln. Der so ermittelte Wert kann dann mit den gesetzlichen Grenzwerten im Strahlenschutz verglichen werden. So wird sichergestellt, dass diese nicht überschritten werden und die betroffene Person einer nicht zu hohen Strahlung ausgesetzt wird. Die hierfür benötigten Dosimeter werden von behördlich bestimmten Stellen ausgegeben und üblicherweise nach einem Monat wieder eingezogen und ausgewertet. Eine etwaige Überschreitung der Grenzwerte melden sie den zuständigen Behörden.

Darüber hinaus ist es mit bestimmten Dosimetern möglich, frühzeitig vor Bereichen zu warnen, in denen die ionisierende Strahlung sehr intensiv ist. So tragen Dosimeter dazu bei, dass die Person den Bereich wieder verlässt und die Dosis gering bleibt.

Aktive und passive Dosimeter

Stabdosimeter (Bild: GRS)Die beiden zentralen Aufgaben können von zwei verschiedenen Typen von Dosimetern erfüllt werden: den aktiven und den passiven Dosimetern. Passive Dosimeter (z.B. Stabdosimeter, Filmdosimeter, Flachglasdosimeter) zeigen nicht unmittelbar die Strahlenexposition zu einem konkreten Zeitpunkt an. Sie addieren die Strahlung über den Zeitraum von der Herstellung des Dosimeters bis zum Zeitpunkt der Auswertung und geben dann ein Gesamtergebnis wieder. Neben den Dosimetern zur Ermittlung der Dosis für die gesamte Person – der so genannten effektiven Dosis − werden passive Dosimeter auch zu Bestimmung der Dosis z.B. für die Haut der Finger (so genanntes Ringdosimeter) eingesetzt.

Auswahl aktiver (links) und passiver (rechts) Dosimeter (Bild: GRS)Aktive, meist elektronische Dosimeter zeigen die Dosis unmittelbar z.B. auf einem Display an. Häufig alarmieren sie den Träger beim Überschreiten von festgelegten Schwellwerten durch ein akustisches Signal. Da sie eine genauere, unmittelbare Messung der Strahlenexposition ermöglichen, lassen sich mit ihrer Hilfe Maßnahmen zum Strahlenschutz zeitnah festlegen. Dadurch lässt sich die Exposition der berufstätigen Person sehr gut optimieren. Beim Einsatz aktiver Dosimeter liegt die Dosis deshalb meist deutlich unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Entsprechend sind sie beispielsweise in kerntechnischen Anlagen von den Behörden als zusätzliche Überwachungsmaßnahmen vorgeschrieben.

Das Thema Dosimetrie in der GRS

Die GRS bearbeiten im Themenbereich des angewandten Strahlenschutzes verschiedene Fragestellungen zum Schutz des Personals. Sie führt hierzu u.a. Analysen zur Dosis der berufstätigen Personen in deutschen kerntechnischen Anlagen durch und trägt zur Klärung technischer Fragestellungen − zum Beispiel zum Einsatz elektronischer Personendosimeter als Alternative für passive Dosimeter − bei.

Video: Wie können Dosimeter schützen?