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Effektive Dosis

Dosimeter (Bild: GRS)Die effektive Dosis ist ein Maß für die ionisierende Strahlung, die auf einen Menschen einwirkt. Ionisierende Strahlung geht unter anderem von radioaktiven Stoffen aus. Allgemein wird in der Biologie unter der Dosis die Menge eines Stoffes verstanden, die einem Organismus zugeführt wird. Bei der effektiven Dosis geht es dementsprechend um die „Menge“ an ionisierender Strahlung, wobei unter „Menge“ eine spezielle Berechnungsgröße zu verstehen ist.
Diese berücksichtigt, dass sich unterschiedliche Arten von ionisierender Strahlung unterschiedlich auf den menschlichen Körper auswirken. Außerdem wird bei der Berechnung der effektiven Dosis einbezogen, dass unterschiedliche menschliche Organe auf ionisierende Strahlung unterschiedlich empfindlich reagieren.

Die effektive Dosis ermöglicht somit eine Bewertung des schädlichen Einflusses von ionisierender Strahlung auf den menschlichen Körper. Aus diesem Grund wird die sie u. a. dazu verwendet, gesetzliche Grenzwerte festzulegen. Die Maßeinheit für die effektive Dosis ist das Sievert (Sv).

Strahlungsquelle und Expositionspfad
Um die effektive Dosis angeben zu können, muss nicht nur die Strahlungsquelle bekannt sein, sondern auch die Art und Weise, wie diese mit dem menschlichen Körper in Kontakt kommt. Die sogenannten Expositionspfade werden unterteilt in:

•    externe Exposition, bei der die Strahlung von außen auf den Körper einwirkt (z. B. bei einer Röntgenaufnahme oder einer Flugreise)
•    interne Exposition, die durch Aufnahme radioaktiver Stoffe in den menschlichen Körper hervorgerufen wird (z. B. über die Atemwege, mit der Nahrung oder durch Injektionen im Bereich der Nuklearmedizin)

Die Kenntnis des Expositionspfads ist vor allem wichtig, um für die Berechnung der effektiven Dosis zu wissen, welche inneren Organe wie stark der Strahlung ausgesetzt sind.

Effektive Dosis pro Einwohner und Jahr
Die effektive Dosis aufgrund natürlicher Strahlenquellen beträgt im Mittel für Deutschland pro Einwohner und Jahr 2,1 Millisievert (1 Millisievert (mSv) = 0,001 Sv). Hinzu kommt eine mittlere effektive Dosis aufgrund der sogenannten zivilisatorischen Strahlenexposition von durchschnittlich 1,9 mSv. Hieran haben die Anwendungen in der Medizin – insbesondere die Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin – einen Anteil von über 99 %. Demgegenüber liegt der Beitrag durch kerntechnische Anlagen unter 0,01 mSv (Quelle: Parlamentsbericht 2008).