Endlagerung

EndlagerungDer Begriff Endlagerung bezeichnet im Bereich der Kernenergie die sichere, zeitlich unbefristete, wartungsfreie Entsorgung radioaktiver Abfälle. Sicher heißt in diesem Fall, dass die radioaktiven Stoffe von der Umwelt isoliert aufbewahrt werden.
Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Endlagern für schwach- und mittelradioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung und Endlagern für hochradioaktive, wärmeentwickelnde Abfälle.

Seit den sechziger Jahren wurden verschiedene Konzepte für die Endlagerung radioaktiver Abfälle entwickelt und erforscht. Diskutiert wurde damals, die Abfälle im Meer zu verdünnen, sie ins Weltall zu schießen oder sie langfristig oberirdisch zu lagern. In Deutschland hat man sich aus wissenschaftlichen, technischen, ethischen und wirtschaftlichen Gründen darauf verständigt, die Abfälle unterirdisch in tiefen geologischen Gesteinsformationen zu lagern.

Als sogenanntes Wirtsgestein kommen grundsätzlich Salz- und Tonsteinformationen oder Granit in Frage. Die Abfälle sollen in etwa 500 bis 1.000 m Tiefe gelagert werden. An die geologische Umgebung eines Endlagers werden hohe Anforderungen gestellt. Das Wirtsgestein muss der Beanspruchung durch die radioaktiven Abfälle (z. B. hohe Temperaturen) standhalten, ohne dass seine Barrierewirkung für radioaktive Stoffe darunter leidet.

Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung wurden in Deutschland bisher im ehemaligen Salzbergwerk Asse und im ehemaligen Endlager der DDR − dem Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM) − eingelagert. Seit 2007 ist das ehemalige Eisenerzbergwerk Schacht Konrad bei Salzgitter offiziell als Endlager für Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung genehmigt. Mit der technischen Umrüstung des Schachts zum Endlager wurde 2010 begonnen. Mit der Inbetriebnahme ist nicht vor 2019 zu rechnen.

Für wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle ist bislang weltweit noch kein Endlager in Betrieb gegangen. In Deutschland war und ist der Salzstock Gorleben in der Diskussion. Dieser soll nun nach dem seit Oktober 2000 andauernden Moratorium weiter auf seine Eignung als Endlager untersucht werden. Nach dem Atomgesetz sind Bau, Betrieb und Stilllegung von Endlagern für radioaktive Abfälle in Deutschland Aufgaben des Bundes. Die Finanzierung der Endlager wird von den Abfallverursachern über Beiträge und Vorausleistungen getragen. Sie werden prozentual ebenfalls an der Erkundung, dem Bau und dem Abschluss der Endlager beteiligt.

Weitere Informationen
www.endlager-asse.de
www.endlager-konrad.de
www.endlager-morsleben.de